Schlaraffische Verwandtschaftsverhältnisse der Ratisbona

Was 1859, dem Jahre 0 des Schlaraffentums, in Prag begann, breitete sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten, zuerst noch langsam, bald mit exponentiellem Wachstum über den ganzen deutschsprachigen Raum, später auf dem ganzen Kontinent und auch nach Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und sogar Australien aus. In den ersten 20 Jahren war die Entwicklung noch langsam mit lediglich 13 Schlaraffenreychen, bis heute wurden insgesamt 429 Reyche und Colonien gegründet, zuletzt 2016 die Colonie Gloria Victoria in Kanada.

Das hohe Reych Ratisbona ist das älteste in Bayern und wurde am 14. März 1879 durch einen Ritter der Kölner Colonia Agrippina (8. Reych des Uhuversums) gegründet, das einst von Breslauer Schlaraffen (Wratislavia, 5) aus der Taufe gehoben worden war, die wiederum auf Leipziger Initiative hervorgingen. Ritter der Hohen Lipsia (2) waren es letztlich auch, die sich ihrer „Urenkelin“ Ratisbona in den ersten Jahren verstärkt annahmen, da die kinderreiche „Mutter“ mit zahlreichen anderen Neugründungen, u.a. der Sedina (Stettin, 21), Moguntia (Mainz, 43), Chasalla (Kassel, 51) oder Washingtonia (197) beschäftigt war.

Bald wurde das Reych Ratisbona (12) selbst ein Mutterreych und Sassen aus Regensburg gründeten am 7. Februar 1882 die Budovicia (Budweis, 41), wenig später auch die Königsberger Schlaraffia (Regismontana, 46) und Herbipolis (84). Das Würzburger Schlaraffenreych hat die „uhufinstere“ Zeit des Nationalsozialismus und später des Kommunismus, unter denen der Weltbund Allschlaraffia® verboten war, als einzige „Tochter“ überlebt. Mit diesem Tochterreych existieren heute noch die „Enkeltöchter“ Iscula (Bad Ischl, 215), Truymannia (Dortmund, 177), Am Hohenwaldeck (Miesbach, 311) und Zu den Teutschherren (Bad Mergentheim, 399).

Rt. Lulupoldi (12)